Neue Heizung für die Ottenbacher Gemeindehalle "Im Buchs"

Infrarotlicht erhitzt
die Gegenseite

Ottenbacher wollen in Gemeinde-
halle mit einer Deckenstrahlheizung Energiekosten sparen

Etwa 140 000 Euro gibt Ottenbach für die neue Heizung der Gemeindehalle im Buchs aus. Eine Heizquelle von oben soll für ange-
nehme Temperaturen sorgen und gleich-
zeitig helfen, Energiekosten zu sparen.

von DANIEL GRUPP

Ottenbach. Eine Deckenstrahlheizung wird die Gemeinde Ottenbach in Ihrer Gemeindehalle, die derzeit für viel Geld renoviert und erweitert wird, einbauen. Heizplatten werden an der Decke häng-
en und sollen im Raum darunter für angenehme Temperaturen sorgen. Ein Prinzip, das zunächst auf Verwunderung stößt, glaubt doch jedes Kind zu wissen, dass Wärme nach unten steigt. Wie soll dann die Deckenheizung unten in der Halle für gemütliches Klima sorgen? "Nicht Wärme, sondern warme Luft steigt nach oben", korrigiert Hans-
Peter Rösch. Wärmestrahlung könne sich hinge-
gen in alle Richtungen ausbreiten.
Als Beispiel nennt der Projektleiter in Ottenbach, der für das Salacher Ingenieurbüro Herp arbeitet, die Sonne. Im Weltall fehle Luft als übertragendes Medium, daher sei Sonnenwärme, die zur Erde gelange, ausschließlich Strahlungswärme. Ähnlich funktioniere eine Deckenheizung aber mit viel ge-
ringeren Temperaturen, erläutert Rösch. Während an normalen Heizkörpern die Luft vorbeistreiche und so Wärme aufnehme um einen Raum zu hei-
zen, ist diese Luftbewegung bei Deckenheizung-
en nicht erforderlich. "Unter der Decke ist keine Konvektion, die Luft steht", erklärt Rösch.
Alle, auch normale Heizkörper geben etwas Wärme als Infrarotlicht ab. Die Hitze werde bei
den Heizplatten an der Decke über unsichtbare und ungefährliche Infrarotstrahlung auf gegen-
überliegende Flächen wie Boden oder Wände übertragen. Diese Flächen wärmen sich dann leicht auf und geben wiederum dei Temperatur
an die Umgebung ab. "So bekommt man die
Wärme besser im Raum verteilt", versichert Rösch.
Bei herkömmlichen Heizungen steige hingegen die warme Luft nach oben, sammelt sich unter der Decke und füllt somit den Raum mit Wärme von oben nach unten. Dies benötige viel Zeit und die wärmste Luft sammle sich unter der Decke und

entweiche womöglich übers Dach ins Freie. "Und dann kommen plötzlich 200 Leute in den Saal", ergänzt Rösch. "Der Raum ist schnell überhitzt." Diese Form des Heizens sei schwer zu steuern.


Der Umbau der Gemeindehalle in Ottenbach
kommt gut voran. Derzeit arbeiten die Hand-
werker vor allem im Außenbereich.


Für den Einbau der Heizungsanlage wird Otten-
bach etwa 140 000 Euro bezahlen. Da für die Gemeindehalle auch noche eine Lüftung benötigt wird, käme eine herkömmliche Heizung etwas günstiger, weiß der Ingenieur. "Das zahlt sich nicht in zwei Jahren aus." Jedoch mittel- und langfristig werde sich die Deckenstrahlheizung auf alle Fälle bezahlt machen.
Auch Oberbürgermeister Oliver Franz ist davon überzeugt, dass in Ottenbach das Heizen mit den fünf etwa 20 Quadratmeter großen Deckenheiz-
platten funktionieren wird. Die Bürgervertreter hatten sich zuvor in Herrenberg solche Anlagen
im Betrieb angesehen. Dort sei die Deckenstrahl-
heizung weiter empfohlen worden, berichtet Franz. Diese Heizform sei wesentlich schneller. Als weiteren Vorteil nennt der Bürgermeister, dass viel weniger Luft umgewälzt werden muss. Dies spare Strom. Franz: "Die Heizung soll sehr energieeffizient sein."

Kosten des Umbaus
Die Modernisierung der Gemeindehalle hat im Au-
gust 2008 begonnen. Im September 2009 sollen die Arbeiten weitgehend abgeschlossen sein, 2010 folgt noch eine energetische Sanierung. Einschließlich Umsatzsteuer wird mit Kosten von 2,3 Millionen Euro gerechnet. Wobei die Gemeinde vorsteuerabzugsberechtigt ist, erläutert Gemein-
depfleger Achim Vogt. Ottenbach erhält Landes-
zuschüsse von insgesamt 850 000 Euro, somit müssen etwa 1,1 Millionen finanziert werden.