Hattenhofener Energiekonzept spart Geld und CO2

Energiesparen im Verbund

Neue Anlage in Hattenhofen im Betrieb

Der Wärmeverbund zwischen Sillerhalle, Schule und Seniorenzentrum in Hattenhofen ist in Betrieb. Das Energiekonzept spart der Gemeinde Geld.

Hattenhofen. In den Kellerräumen der Sillerhalle. Alexander Sparhuber, Kreisvorsitzender des DRK Kirchheim-Nürtingen und Hattenhoffens Bürger-
meister Jochen Reuter schauen gespannt zu, wie Thomas Herp vom Ingenieurbüro Herp in Salach das neue Blockheizkraftwerk als Herzstück des neuen Nahwärmeverbundsystems zwischen Schule, Sillerhalle und DRK-Seniorenzentrum in Betrieb nimmt.
Noch ist der Motorraum geöffnet. Doch das laute Dröhen ist nur von kurzer Dauer. Herp verschließt die Anlage mit einer Schalldämmhaube. Es ist jetzt nur noch ein leises, konstantes Brummen zu hö-
ren, bei ebenso konstanten 3 000 Umdrehungen. Die Anlage läuft im Dauerbetrieb. Dabei fallen im-
mer gleichzeitig Wärme und Strom an.
Strom erzeugt die Motor-Generator-Einheit. Einge-
speist ins öffentliche Netz bringt er bares Geld. An ihn gekoppelt sind Wärmetauscher. Sie übertragen die Wärme im Kühlwasser und im Abgas auf den


Wasserkreislauf für Heizungs- und Brauchwas-
ser in Seniorenzentrum, Schule und Sillerhalle. Ins-
gesamt produziert die Anlage in den kommenden 15 Jahren etwa 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom und 12 Millionen Kilowattstunden Wärme. 9 Millionen Kilowattstunden Wärme gehen über das BHKW an die drei Gebäude. Etwas mehr als zwei Jahre liegt es zurück, als das Ingenieurbüro Herp dem Gemeinderat sechs verschiedene Varianten für die Nahwärmeversorgung durchspielte. Das BHKW machte das Rennen. Die Gemeinde über-
nahm die Betriebsführung, das DRK beteiligte sich anteilig an der 180 000 Euro teuren Investition, die sich durch den Verkauf des Stroms in wenigen Jahren wieder amotisiert.
Zusätzlich benötigte Wärme kann die neue Kessel-
anlage in der Schule liefern. Sie geht nur dannn in Betrieb, wenn die vom BHKW erzeugte Wärme nicht ausreicht. Umgekehrt kann ein sechs Kubik-
meter großer Pufferspeicher zu viel produzierte Wärme auffangen. Im Sommer ist es möglich, die Versorgungsleitung zur Schule nebst Kessel komplett auszuschalten. Den Restwärmebedarf für Sillerhalle und Seniorenzentrum erzeugt dann das neue BHKW alleine. Jochen Reuter sprach von einer "idealen Lösung", die nicht nur den Geld-
beutel schont, sondern auch diee Umwelt. Auf Grund des hohen Wirkungsgrad der Anlage können in den kommenden 15 Jahren rund 1100 Tonnen CO2 eingespart werden.


Gemeinsam geht's besser: Alexander Sparhuber (DRK), Bürgermeister Jochen Reuter und Ingenieur
Thomas Herp (von links) nehmen die neue Energiezentrale für die Hattenhofener Schule, Sillerhalle
und das Seniorenheim in Betrieb. Foto: Münch