Sanierung der Teckhalle in Owen

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Owen will "Energiefressern" energisch entgegenwirken

Die Stadt Owen hat die Teckhalle "auf Herz und Nieren" prüfen lassen, um herauszufinden, ob sich durch Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen Energie und somit auch Geld einsparen lässt. Ergebnis der Untersuchungen: Die 30 Jahre alte Halle ist gut in Schuss. Trotzdem ist in einigen Bereichen großes Einsparpotenzial vorhanden.

Auf mehr als eine Viertel Million Euro würde sich das gesamte Investitionsvolumen belaufen, sollte der Owener Gemeinderat allen Verbesserungsvorschlägen zustimmen, die das Salacher Ingenieurbüro Herp für die Teckhalle vorgestellt hat. 150 000 Euro würde bereits die Sanierung der Lüftungsanlage verschlingen. Diplom-Ingenieur Thomas Hille sagte zu diesem Thema, dass die Lüftung allein schon aus hygienischen Gründen - wegen künstlicher Mineralfasern - dringend sanierungsbedürftig sei. Ein weiteres Problem bestehe darin, dass die Anlage so angelegt sei, dass 20 Prozent Außenluft beige-
mischt wird. Bei Minustemperaturen handle es sich also um einen ungeheuren "Energiefresser".
Bürgermeister Siegfried Roser kommentierte diese Ausführungen folgendermaßen: "Im Klartext heißt das, die Lüftungsanlage ist erledigt." Sowohl Thomas Hille als auch der Unternehmensgründer und
-chef Thomas Herp, seines Zeichens ebenfalls Diplom-Ingenieur, lobten immer wieder den guten Zustand der Teckhalle. Auch an der Lüftungsanlage zeige sich, dass der Hausmeister sie stets gut gewartet habe. Andererseits nützt in diesem Fall auch die beste Pflege nichts, weil die Fachleute bei der Lüftung von vornherein nur mit einer Lebensdauer von 20 Jahren rechnen. In Owen ist diese Zeitspanne mittlerweile bereits um die Hälfte überschritten.
Ging es bei der Lüftung hauptsächlich um den schlechten technischen Zustand der Anlage, so rät das Büro Herp an anderen Stellen aus rein wirtschaftlicher Sicht zur Sanierung, beispielsweise bei der Heizungsverteilung. Diese sei hydraulisch so aufgebaut, dass sie gegen den drei Jahre alte Brennwert-
kessel arbeite, der auf niedere Rücklauftemperaturen angewiesen ist. Das bedeute, dass der Brenn-
wertkessel sein eigentliches Potenzial erst nutzen könne, wenn das System der Wärmeverteilung grundlegend saniert werde. Dann seien "gewaltige Einsparungen" möglich. Die Investitionskosten veranschlagen die Fachleute mit 25 000 Euro.
Rund 31 000 Euro wären nötig, um die sanitären Anlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Durch Duschköpfe mit weniger Wasserausfluss und neue Armaturen mit nur noch einem Drehknopf sowie durch WC-Spülkästen mit kleineren Spülmengen lasse sich in diesem Bereich sehr viel Wasser sparen - auch warmes.
Außerdem empfiehlt das Salacher Ingenieurbüro, zwischen dem alten Flachdach der Teckhalle und der späteren Blechdach-Überbauung, die ursprünglich nur als Schutz gegen Niederschlagswasser geplant war, nachträglich noch Wärmedämmstoffe anzubringen, um Heizenergie einzusparen. Eine Solaranlage auf dem Dach hält das Ingenieurbüro ebenfalls für realisierbar, wenn diese auch aufgrund der Tat-
sache, dass eine Sporthalle im Sommer längere Zeit leer steht, nicht ihr ganzes Leistungsvermögen ausschöpfen könnte.
Die Owener Ratsmitglieder zeigten sich von den profunden Verbesserungsvorschlägen durchweg überzeugt. Einstimmig folgte das Gremium deshalb dem Vorschlag von Bürgermeister Siegfried Roser: Das Büro Herp erhielt den Auftrag, die Sanierungsmaßnahmen konkret auszuarbeiten, so dass die ersten Arbeiten eventuell schon im kommenden Jahr zur Ausschreibung anstehen könnten.