Staufeneck-Hotel als Öko-Vorbild

undefined Neubau des Hotels auf Burg Staufeneck

Blockheizkraftwerk vermindert CO2-Emission um jährlich 207 Tonnen

Es ist schon von weitem zu sehen: Auf dem Staufeneck tut sich was. Dort, wo bisher nur der Burgturm in den Himmel ragte, ist derzeit auch ein Neubau zu erkennen. Eine vor-
nehme Hotelanlage entsteht – weithin sichtbar. Wesentlich unscheinbarer, aber keines-
wegs unspektakulärer, wird ein zweites Projekt vorangetrieben. Ein Blockheizkraftwerk versorgt ab Herbst die gesamte Burganlage mit Energie.

Die schon vor Jahrzehnten angedachte Gasversorgung für Staufeneck wurde von den jungen Bau-
herren des Hotels, Klaus Schurr und Rolf Straubinger, im Dezember 2001 erneut aufgegriffen. Mit der Er-richtung des Hotelneubaus wird nun die Brennstoffversorgung von Heizöl auf Erdgas umgestellt. Hierfür mußte ein geeignetes Konzept entwickelt werden. Heraus-gekommen ist dabei eine pfiffige Lösung zur wirtschaftlichen Wärmeversorgung aller Staufeneckgebäude über Fernwärmeleitungen von einer gemeinsamen Heizzentrale aus.
Kernstück der Anlage ist ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) sowie ein gas-betriebener Heizkessel für die Erzeugung der Fernwärme. Bestärkt durch die Planungsingenieure des Ingenieur-
büros Thomas Herp, die mit der Planung des Hotels und der Wärmeversorgung beauftragt sind, wurden Gespräche mit dem EVF-Tochterunternehmen RES Rationelle Energie Süd GmbH aufgenommen und erfolgreich abgeschlossen. Thomas Herp: „Alte, schon bestehende Anlagen können ebenso versorgt werden wie die neue, topmoderne Anlage im Hotel. BHKW und Kessel arbeiten dabei unabhängig voneinander, so dass selbst bei Ausfall eines Wärmeerzeugers eine Grundversorgung für ganz Staufeneck gewährleistet ist.“
Neben wirtschaftlichen Vorteilen durch die große Gasabnahme sieht Klaus Schurr auch einen großen Pluspunkt darin, dass sich die Eigentümer nicht um die technische Seite und Wartung der Anlage kümmern müssen. Die wird jetzt per Computer fernüberwacht.
Dass in diesem Projekt auch ökologische Aspekte wesentlich sind, freut alle Beteiligten. Weil Wärme und Strom zusammen erzeugt werden und Erdgas zum Einsatz kommt, wird deutlich über 90 Prozent der eingesetzten Energie genutzt. Zum Vergleich: gewöhnliche Kraftwerke verwerten nur ein Drittel der eingesetzten Energie. Die Folge: Kohlendioxid-Emissionen von jährlich 207 Ton-nen werden so durch die neue Anlage auf Staufeneck vermieden. Um einen vergleichbaren Ökoeffekt zu erzielen, wäre eine Solaranlage mit rund 830 Quadratmetern Fläche erforderlich. Dies würde in etwa drei Tennisfeldern entsprechen.
Insgesamt investieren die Familien Straub und Schurr rund 3,4 Millionen Euro in den Hotelneubau. Das dreigeschossige Gebäude mit seinen 60 Betten und einem großen Tagungs- und Wellnessbereich im Untergeschoss soll noch im Dezember eingeweiht werden.