Das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014

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Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) regelt das Einsparen von Strom durch erneuerbare Energiequellen und soll den Erzeugern feste Einsparungsvergütung garantieren. Seit August ist die Neufassung des EEG 2014 in Kraft. Die aktuelle EEG-Umlage wurde letztmalig auf 6,24 Cent/kWh angepasst.

 

Das Erfolgskonzept der nachhaltigen Energiegewinnung begann im Jahr 2000 mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2000 und wurde seither stetig weiterentwickelt.
Ziel des Ganzen ist eine umweltfreundliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung.

Wer Strom aus Sonne, Wind, Wasser oder Biomasse erzeugt erhält eine feste Vergütung je Kilowattstunde Strom für einen gesicherten Zeitraum von 20 Jahren. Netzbetreiber beziehen den erzeugten Strom von den Erzeugern und verkaufen diesen an die Strombörse. Die Differenz zwischen dem garantierten Erzeugerpreis und dem tatsächlichem Markterlös wird auf alle Stromverbraucher umgelegt - die sogenannte EEG-Umlage.

Nach vierzehn Jahren erfolgreicher Förderung stammt derzeit rund ein Viertel des hierzulande erzeugten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Dies belasten jedoch mittlerweile zunehmend Privathaushalte und Unternehmen. Die hohen Vergütungssätze für die neuen Technologien schlagen inzwischen mit 24 Milliarden Euro zu Buche. Um diesen Kostenaufschwung zu bändigen und die Energiewende kosteneffizienter, planbarer und marktgerechter zu machen wurde das EEG nun novelliert.

Was ist neu?
Bisher galt die Devise "je schneller, desto besser". Ab jetzt gilt: "je planbarer, desto besser". Durch das neue EEG erfolgt eine gezielte Steuerung des Ausbaus der Erneuerbaren, um damit den Netzausbau, die notwendigen Reform des Strommarktes und die anderen Bausteine der Energieversorgung besser zu verzahnen.

Mit dem neuen EEG wird der Kostendruck durch den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien vermindert, indem Überförderungen abgebaut, Vergütungen abgesenkt und Boni gestrichen werden. Die durchschnittliche Vergütung von derzeit ca. 17 Cent pro Kilowattstunde soll für Neuanlagen künftig auf ca. 12 Cent je Kilowattstunde gesenkt werden.

Über die genaue Förderhöhe für Sonne, Wind und Co. soll immer mehr der Markt entscheiden. Diese Förderhöhe wird dazu ab 2017 wettbewerblich über Ausschreibungen ermittelt, um dadurch kostengünstigere Projekte zu realisieren. Dabei wird zusätzlich sichergestellt, dass kleine Anbieter und Bürger-Genossenschaften zum Zuge kommen. Produzenten des Ökostroms aus neuen, größeren Anlagen müssen sich zudem künftig selbst um ihre Stromabnehmer kümmern.

Der Umbau unserer Energieversorgung ist eine gesamtwirtschaftliche Herausforderung. Deshalb werden möglichst viele angemessen an den Kosten beteiligt.

Für alle Altanlagen besteht ein Bestandschutz. Der Bestandschutz hat zur Folge, dass Betreiber dieser Anlagen die Vergütung des alten EEGs in Anspruch nehmen dürfen. Erstmals wird künftig auch der Eigenverbrauch mit einer reduzierten EEG-Umlage belegt.

Welche Förderung gibt es?
Um den Umstieg auf erneuerbare Energien zu erleichtern, hat die Bundesregierung eine Reihe von Förderprogrammen aufgelegt. Die Förderungen richten sich an Privathaushalte, Kommunen und Unternehmen. Gefördert werden dabei die Energieberatung, Umsetzungsmaßnahmen für die Energieeinsparung sowie die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen.

Das Förderprogramm "Vor-Ort-Beratung" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie richtet sich an Haus- und Wohnungseigentümer von älteren Gebäuden. Unter Berücksichtigung des Wirtschaftlichkeitsgebots soll jeweils untersucht werden ob das Wohngebäude sinnvoll zu einem Effizienzhaus saniert werden kann.

Das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt (MAP) ist ein zentrales Förderinstrument für Investitionen in erneuerbare Wärmetechnologien.
Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Wärmeversorgung bis 2020 von bisher 9 % (2013) auf 14 % zu steigern.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterstützt dazu Maßnahmen zur Nutzung erneuerbare Energien durch verschiedene Förderprogramme.

Positive und negative Aspekte des EEG
Das EEG gilt insbesondere bei Umweltverbänden wie dem BUND und Greenpeace als weltweit erfolgreichstes Instrument zur Förderung Erneuerbarer Energien. Die durch das EEG vorangetriebene wirtschaftliche Motivation führte dazu, dass eine Vielzahl von Bürgerenergiegenossenschaften gegründet wurden.
Inzwischen verfahren ca. 65 Länder weltweit nach ähnlichen Prinzipien, darunter Spanien, Japan und auch China.

Trotz den positiven Aspekten wird dem EEG ein geringer Nutzen für den Klimaschutz nachgesagt. Durch den Interaktionsmechanismus zwischen EEG und EU-Emissionshandel mache man die Klimaschutzwirkung zunichte, so meinen Kritiker.

Da die CO2-Emissionen durch den EU-Emissionshandel gedeckelt sind und die Obergrenze gleichbleibend ist, werden andere weniger CO2 ausstoßen, wieder andere allerdings mehr hervorbringen. Das Gesetz fördere nur den Klimaschutz wenn Emissionshandel und EEG gut aufeinander abgestimmt werden.

Erwiesen ist dennoch, dass das EEG ein sehr wirksames Instrument zur Verbreitung der erneuerbaren Energien und der Stromversorgung durch Biomasse, Windenergie und Photovoltaik ist. Zudem ist es erfolgreich bei der Minderung der Kosten für Einsparungstarife, so urteilt die internationale Energieagentur (IEA) in ihrem Länderbericht 2013.