Dem Menschen und der Umwelt zuliebe

Seit 25 Jahren setzen die Herp Ingenieure auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Das Wissensbedürfnis zu ökologischen Themen ist durch die wirtschaftliche Entwicklung und den fortschreitenden Klimawandel größer denn je. Die Herp Ingenieure verfolgen schon seit vielen Jahren einen energieeffizienten und nachhaltigen Ansatz. Wie es dazu kam und warum dies so wichtig ist, erklärt Thomas Herp.

1984, im Gründungsjahr meines Ingenieurbüros, besagte der Waldzustandsbericht, dass 50 Prozent des deutschen Waldes von sichtbaren Schäden betroffen sind. Wissenschaftler verschiedener Dis-
ziplinen sagten damals eine Klimaerwärmung voraus, die zum Abschmelzen der Polarkappen und damit zum Anstieg des Meeresspiegels führen werde.
Seit der ersten Ölkrise 1973 und den autofreien Sonntagen war klar, dass fossile Brennstoffe begrenzt verfügbar und somit ein Spielball politischer Macht sind. Auch die jüngere Vergangenheit hat dies mehr-
fach gezeigt.
Deshalb verankerte 1984 das konservative Bayern als erstes Bundesland den Umweltschutz in seiner Landesverfassung. 1985 wurden dann die ersten Fahrzeuge mit Katalysator angeboten. Als ich mir mein erstes Auto mit Kat kaufte, erhielt ich ein kleines Büchlein, in dem bundesweit alle Tankstellen aufgeführt waren, die bleifreies Benzin anboten.
Bereits bei der Gründung meines Ingenieurbüros war mir deshalb bewusst, dass ich den Fokus meiner Planungstätigkeit auf nachhaltig effiziente Energieversorgungssysteme setzen muss. Schon vor meiner Selbständigkeit hatte ich verschiedene Wärmepumpenanlagen und Biomasse-Feuerungsanlagen ge-
plant und realisiert. Bei einem meiner ersten Aufträge mit meinem neu gegründeten Ingenieurbüro plante ich für ein Dreifamilien-Wohnhaus eine energiesparende Wärmepumpenanlage mit geothermischer Energiequelle. Dazu wurden unter und um das Haus Flächenkollektoren verlegt. Weitere Projekte dieser Art folgten. Ob monovalent oder bivalent, mit Luft als Energiequelle, Erdwärme oder Grundwasser, ich versuchte Gebäudeinstallationen mit möglichst geringem Energiebedarf zu realisieren.
Auch die Kraft-Wärme-Kopplung mittels Blockheizkraftwerk (BHKW) schien mir interessant und sinn-
voll. So habe ich Mitte der 80er Jahre ein Konzept für eine Limonadenabfüllanlage entwickelt, bei dem die Wärme für das Flaschenwaschwasser u. a. mit einem BHKW erzeugt wurde. Über Wärmerück-
gewinnungsanlagen wurde die heiße Waschlauge abgekühlt und damit das kalte Frischwasser vorge-
wärmt. Dies war zur damaligen Zeit ein völlig neuer Ansatz.
In den folgenden Jahren wurden neue Technologien entwickelt. Sonnenkollektoren waren eine gute Alternative für die Brauchwassererwärmung. Erste Solaranlagen wurden auch für die Gebäude-
beheizung genutzt. Die Gas-Brennwerttechnik kam mit ersten Geräten auf den Markt. Diese etwas exotisch erscheinenden Geräte (z. B. mit Zündkerze) waren unter Fachleuten genauso umstritten wie die ersten Holz-Vergaserkessel. Heute lächelt die gesamte Fachwelt darüber.
Mit der Deutschen Wiedervereinigung ergaben sich neue Herausforderungen. So haben wir 1990 ein Konzept für eine große Jungschweinemast und die in der Nähe befindliche Kläranlage entwickelt. Dabei wurde aus der Gülle der rund 20.000 Schweine Bio-
gas erzeugt. Die Gülle musste dazu von 28°C auf 42°C aufgeheizt werden. Die dafür und für die Gebäu-
debeheizung erforderliche Wärme wurde von zwei biogasbetriebenen BHKWs zur Verfügung gestellt. Der erzeugte Strom wurde für die Belüftungsrotoren der Biogasanlage und der Kläranlage verwendet. So konnte nahezu der gesamte Energiebedarf der Schweinemast und der Kläranlage aus Biomasse gedeckt werden.
Inzwischen haben sich viele verschiedene Techno-
logien am Markt etabliert. Ob Solarsysteme, Wärme-
pumpenanlagen für die Nutzung der Umweltwärme, Biomassefeuerungen, Kraft-Wärme-Kopplung und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, es gibt inzwischen nahezu für jeden Bedarf ein geeignetes System.
In der Zukunft wird das Kühlen von Gebäuden zu-
nehmend an Bedeutung gewinnen. Neben der Geot-
hermie werden Systeme mit Wärme als Antriebs-
energie für die Kälteerzeugung, wie beispielsweise Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (BHKW plus Absorptions-Kältemaschine) und solares Kühlen
  1990: Thomas Hille in der Schweinemast            immer wichtiger. Gemeinsam mit Photovoltaik und
                                                                                 Brennstoffzellen sind dies die Technologien der Zu-
kunft. Darüber hinaus werden architektonisch anspruchsvolle und effizient wärmegedämmte Gebäude den Energiebedarf weiter senken. In Verbindung mit einer intelligenten Anlagentechnik werden solche Gebäude in der Zukunft nur noch einen Bruchteil an Energie verbrauchen. Und dies bei steigendem Komfort und hoher Behaglichkeit.
Damit dies alles möglich wird, muss sich bei uns allen noch stärker das Bewusstsein entwickeln, dass Ressourcenschonung und Umweltschutz mehr sind als Wirtschaftlichkeit, Einsparpotential und Amortis-
ation. Sie tragen vielmehr genauso zur Lebensqualität bei wie Sicherheit, Komfort, Kommunikation, Sozialprestige und Kultur.
Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer Arbeit seit 25 Jahren dieses Bewusstsein mit fördern. Auch zukünftig werden wir diesen Weg weiter verfolgen.