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Hattenhofener Energiekonzept spart Geld & CO2.

Herp Ingenieure planen zukunftsoreintierten Nahwärmeverbund zwischen Schule, Sillerhalle, Feuerwehr und Seniorenzentrum.

Mit der Inbetriebnahme des Blockheizkraftwerks findet eine nicht ganz alltägliche Partnerschaft zwischen dem Deutschen Roten Kreuz und der Gemeinde Hattenhofen vorläufig ihren Höhepunkt. Neben Wärme wird nun auch Strom erzeugt. Das fertig gestellte Energie-Verbundsystem für Schule, Sillerhalle, Feuerwehr und DRK-Seniorenzentrumfolgt dem Trend zur nachhaltig umweltschonenden und wirtschaftlichen Energieversorgung.

Nach fast zweijähriger Planungs- und Bauzeit ist Anfang November, parallel zum neu erbauten Seniorenzentrum, auch das neue Nahwärme-Verbundsystem in Betrieb gegangen. Die von den Herp Ingenieuren konzipierte Kombination aus Blockheizkraftwerk und Erdgas-Heizkessel produziert gleichzeitig Strom und Wärme. Der erzeugte Strom wird entweder selbst verbraucht oder in das öffentliche Netz des örtlichen Stromanbieters eingespeist. Die parallel erzeugte Wärme wird zur Versorgung von Schule, Sillerhalle, Feuerwehr und Seniorenzentrum genutzt. Dies spart Geld und schont zusätzlich die Umwelt.
Im Vorfeld hatten die Herp Ingenieure in einer Studie sechs verschiedene Anlagenkonzepte untersucht, die in der Folge mit dem Gemeinderat und dem DRK eingehend diskutiert wurden. Schließlich entschied man sich einstimmig für das innovative und umweltschonende Nahwärmekonzept mit BHKW.

Das Prinzip dieses Konzeptes ist einfach und clever zugleich. Bei herkömmlichen Strom-Kraftwerken wird die anfallende Abwärme nicht oder nur in geringem Maße genutzt, da große Wärmeverteilnetze kostenintensiv und damit unwirtschaftlich sind. Normale Heizkessel hingegen wandeln lediglich Heizöl, Gas oder Holz zu Wärme um. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) macht beides. Es erzeugt sowohl Strom als auch Wärme und diese Energien nutzt man dann im Verbundsystem.

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Betrieben wird die gesamte Anlage durch eine eigens zu dem Zweck von der Gemeinde Hattenhofen gegründeten Betreibergesellschaft. Von ihr werden in den kommenden 15 Jahren ca. 4,5 Millionen Kilowattstunden Strom und ca. 12 Mio. Kilowattstunden Wärme, davon ca. 9 Millionen Kilowattstunden über das BHKW erzeugt, und an die verschiedenen Gebäude geliefert.

Das in der Sillerhalle installierte BHKW besteht aus einem mit Erdgas betriebenen Verbrennungsmotor, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Der erzeugte Strom wird an die regionalen Energieanbieter verkauft und ins öffentliche Netz eingespeist. Die über die Motorkühlung an. Das neue DRK-Seniorenzentrum fallende Abwärme von ca. 600.000 Kilowattstunden pro Jahr (entspricht etwa 60.000 Liter Heizöl) wird über den Nahwärmeverbund an die drei Gebäude weitergeleitet. Der in der Schule neu eingebaute Niedertemperaturkessel unterstützt bei tiefen Außentemperaturen das BHKW bei der Wärmeerzeugung. Er geht nur dann in Betrieb, wenn die vom BHKW erzeugte Wärme nicht ausreicht. Für den Fall, dass vom BHKW mehr Wärme erzeugt wird als für die Brauchwassererwärmung und die Gebäudeheizung notwendig ist, wird die überschüssige Wärme in einem sechs Kubikmeter großen Pufferspeicher zwischengespeichert. Im Sommer ist es möglich, die Versorgungsleitung zur Schule komplett abzuschalten. Dies hat den Vorteil, dass auch der Heizkessel außer Betrieb genommen werden kann. Der geringere Wärmebedarf für die Sillerhalle und das Seniorenzentrum wird dann vom BHKW alleine erzeugt.

In Sachen Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit stellt die in Hattenhofen realisierte Lösung ein Musterbeispiel moderner Haustechnik dar. Durch den hohen Wirkungsgrad werden in den kommenden 15 Jahren rund 1.100 Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Dies honoriert das Klimaschutz-Plus Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg mit einem Zuschuss von knapp 33.000 Euro. Durch den Verkauf des erzeugten Stroms sind die zusätzlichen Investitionen bereits in wenigen Jahren wieder amortisiert.

Technische Daten:

  • Primärenergie: Erdgas
  • Heizleistung Kessel / BHKW: 450 kW / 100 kW
  • Elektrische Leistung BHKW: 50 kW
  • Gesamtwärmebedarf pro Jahr: 800.000 kWh
  • Deckungsgrad Wärme BHKW: ca. 75 %
  • CO2-Minderung pro Jahr: ca. 70 Tonnen