Technische Anlagenbeschreibung

Allgemeines zur Technik

Für die Wärmeübertragung des Abgasstromes an das Wasser des Nahwärmeversorgungsnetzes wird hinter dem bestehenden Speisewasservorwärmer des Dampferzeugungskessels der Papierfabrik Salach ein speziell konzipierter Abgaswärmetauscher über einen Bypass in den Abgasstrom des Dampferzeugers integriert.

Bei dieser Maßnahme wurde der Kamin un ca. 4,0 Meter verlängert, da ein Kaminzwischenstück zum Anschluss des Abgaswärmetauschers eingebaut werden musste.
Bei Wärmetauscherbetrieb wird das Abgas mittels einer Klappensteuerung zusätzlich über den Abgaswärmetauscher geleitet.

Der Wärmetauscher in der Papierfabrik wird über ein Rohrleitungsnetz mit der neu zu erstellenden Kesselanlage im Sanierungsgebiet verbunden.

Emissionsbetrachtung

Durch die Abkühlung des Abgases entstehen keine zusätzlichen Geräusche, Schadstoffe oder sonstige Emissionen, welche die Anwohner oder Schutzgüter nagativ beeinflussen könnten. Vielmehr werden zusätzliche Emissionen durch die Abwärmenutzung vermieden.

Im oben stehenden Diagramm ist dargestellt, wie sich der CO2-Ausstoß des Sanierungsgebietes im Vergleich von Einzel-Hausbrand zu Nahwärmeversorgung gestaltet.

Es wurde der zeitliche Verlauf aller drei Bauabschnitte und die jährlichen CO2 Emissionen aufgetragen. Der Bebauung des Gebietes wurde ein zeitlich gleichmäßiger Baufortschritt mit folgender Struktur zu Grunde gelegt.

Die Ausführung des ersten Bauabschnittes beginnt dieses Jahr und wird voraussichtlich im Jahre 2003 abgeschlossen. Der zweite Bauabschnitt endet im Jahre 2006 und der Endausbau des Sanierungsgebietes wurde für das Jahr 2010 angesetzt.

Aus dem obigen Diagramm wird deutlich, dass beim Betrieb von Einzelanlagen ein wesentlich höherer Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid stattfindet, als es bei der Versorgung mit Nahwärme der Fall ist.

Bereits am Ende des ersten Bauabschnittes, im Jahre 2003, zeigt sich, dass durch die Versorgung mit Nahwärme die Umwelt um ca. 200 bis 250 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entlastet werden kann.

Im Jahre 2010, wenn das gesamte Sanierungsgebiet bebaut ist, können bei einer Betrachtung des Energieträgers Gas bis zu 390 Tonnen pro Jahr des Treibhausgases vermieden werden. Legt man zugrunde, dass die Gebäude mit Öl beheizt werden, könnten sogar 520 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden werden.

Um eine Vermeidung der CO2-Emissionen in dieser Größenordnung erzielen zu können, müssten rund 800 Solaranlagen mit einer Kollektorfläche von je 10 m² installiert werden.

undefined

Kaminerweiterung

Vom Kesselhersteller wurde für die Einbindung des Abgaswärmetauschers ein Kaminzwischenstück mit zwei Abgasstutzen als Bypass, inkl. der erforderlichen Absperr- und Regelklappen, geliefert und montiert.

Dieses ca. 4,0 Meter hohe Zwischenstück wurde zwischen dem Speisewasservorwärmer und dem Kamin eingebaut.

Zur Aufnahme des Zwischenstückes, zur Erhöhung des Kamins und für die Aufnahme des neuen Wärmetauschers wurde zusätzlich eine Stahl-Unterkonstruktion benötigt.

undefined

Wärmetauscher

Zur Wärmeübertragung wird ein Wärmetauscher mit Spiralrippenohren eingesetzt. Bedingt durch die relativ niedrige Abgastemperatur werden bei bestimmten Betriebszuständen Teile des Wärmetauschers im Taupunktbereich betrieben. Deshalb musste der Wärmetauscher aus nichtrostendem Stahl (Edelstahl) gefertigt werden. Zur Absicherung des Wärmetauschers gegen Überhitzung des Heizungswassers wurde eine Notkühleinrichtung installiert, die bei Stillstand des Fernwärmenetzes das Wasser des Wärmetauschers unterhalb der Siedetemperatur hält. Zusätzlich wurden alle erforderlichen Sicherheitseinrichtungen für einen indirekt beheizten Wärmeerzeuger vorgesehen.

Einbindung in das Fernwärmenetz

Die Einbindung in das Fernwärmenetz erfolgt über Verbindungsleitungen zur benötigten Heizzentrale und von dort aus zu den zu versorgenden Gebäuden. Die gesamte Anlage wird voraussichtlich erstmals im Sommer 2001 in Betrieb genommen.

Bauliche Änderungen bei der Papierfabrik Salach

Zur Aufstellung des Wärmetauschers waren statische Abfangkonstruktionen im UG, das Öffnen und Schließen der Dachhaut für die Einbringung des Wärmetauschers und eine Einhausung auf dem Dach erforderlich.