Neubau Verwaltung mit Hochverfügbarkeits-Rechenzentrum, Bundesagentur für Arbeit, Deutschland

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Gut gekühlte Bits und Bytes.

Hochverfügbarkeits-Rechenzentrum mit anspruchsvoller Technik hat seinen Betrieb aufgenommen Kältezentrale.

In den vergangenen 2 ½ Jahren standen die Herp Ingenieure bei Konzeption, Planung und Realisierung eines besonderen Verwaltungsgebäudes vor einer äußerst komplexen Aufgabe. Unter schwierigen baulichen Bedingungen galt es ein Hochverfügbarkeits-Rechenzentrum zu konzipieren, das nahezu gegen jeglichen Ausfall geschützt ist. Dazu muss die Kühlung des Systems zu jeder Zeit gewährleistet sein.

Was zunächst recht unspektakulär klang, erwies sich bei näherer Betrachtung als echte Herausforderung. Neben den baulichen Randbedingungen, wie Innenstadtlage und extreme Installationsdichte, galt das Hauptaugenmerk bei Planung und Realisierung der technischen Installationen dem Thema Betriebssicherheit. So wurden alle für den laufen den Betrieb „lebensnotwendigen“ Aggregate und Systeme mit n+1, also mit mindestens einem weiteren Reservesystem, redundant ausgestattet. Die gesamte Kälteversorgung ist so aufgebaut, dass sie auch bei Stromausfall zur Verfügung steht.

Als weitere Sicherung wird die gesamte Anlage seit Inbetriebnahme zeit- und ortsunabhängig permanent überwacht. Dazu wurde die frei programmierbare Regelungsanlage mit einem Fernüberwachungssystem ausgestattet. Über die Gebäudeleittechnik sind die gesamten technischen Einrichtungen auf einen externen Leitstand aufgeschaltet und werden rund um die Uhr überwacht.
Damit im Brandfall nichts passiert, wurde das gesamte Rechenzentrum, einschl. USV-System, mit einer Argon-Löschanlage ausgestattet. Eine zusätzliche Rauchdruckanlage gewährleistet rauchfreie Fluchtwege.

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Für die Kühlung der Räume und der Rechnereinheiten werden eine Absorptions-
kältemaschine und zwei Kompressionskälte-
maschinen betrieben. Die Antriebsenergie für den Absorber wird mittels Hochdruckdampf (max. 165°C, 6,5 bar Druck) gewährleistet. Bei einer Außentemperatur unterhalb 14°C beginnt die freie Kühlung und ab 9°C wird ausschließlich frei, also ohne Kältemaschine und somit auch ohne zusätzliche Energie, gekühlt. Dazu wurden auf dem Dach vier spezielle HybridKühltürme installiert. Im Rechenzentrum ist eine Kühlleistung von bis zu 1.500 W Leistung je m² notwendig. Dazu werden über einen speziellen Doppelboden große Mengen gekühlter Luft in den Raum eingeleitet, durch die Rechnereinheiten gesaugt und wieder zu den Kühlgeräten zurück geführt. Über einen entkoppelten Kaltwasserkreis werden zusätzlich die besonders hochsensiblen Rechner direkt gekühlt. Neben der freien Kühlung wird zusätzlich Wärmerückgewinnung aus der Raumlufttechnik und der Absorptionskälte betrieben.

Projektleiter Hans-Peter Rösch fasst das Projekt folgendermaßen zusammen: „Speziell die hohe Technik- und Installationsdichte und die enormen technischen Anforderungen an Funktion und Zuverlässigkeit waren einen echte Herausforderung an Planung, Logistik und Controlling. Darin lag allerdings auch der Reiz der Aufgabe und auf das Ergebnis bin ich schon eine wenig stolz.“

Technische Daten:

  • 1 Absorptionskältemaschine mit 520 kW Kälteleistung
  • 3 Schraubenverdichter-Kältemaschinen mit je 550 kW Kälteleistung
  • 4 Hybrid-Kühltürme mit je 650 kW Leistung
  • DDC-Regelungs- und Gebäudeleittechnik mit 2.200 Datenpunkten
  • Raumlufttechnik für Nebenräume mit 16.000 m³/h Luftleistung
  • 16 EDV-Umluftkühlgeräte insgesamt 320.000 m³/h Luftleistung